Neues Thermostabilisierungssystem für Polyamide sorgt für lange Haltbarkeit

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Jun 10, 2023

Neues Thermostabilisierungssystem für Polyamide sorgt für lange Haltbarkeit

Stephen Moore | 01.11.2017 Lanxess hat ein neues Wärmestabilisierungssystem namens XTS2 (Xtreme Temperature Stabilization) für Polyamid 66-Varianten seiner Durethan-Materialien entwickelt. Dieses System

Stephen Moore | 01. November 2017

Lanxess hat ein neues Wärmestabilisierungssystem namens XTS2 (Xtreme Temperature Stabilization) für Polyamid 66-Varianten seiner Durethan-Materialien entwickelt. Dieses System erhöht die Wärmealterungsbeständigkeit der Polyamide so weit, dass sie bis in den Wärmeformbeständigkeitsbereich reichen.

„Dank der neuen eisenfreien Thermostabilisierung halten unsere Polyamid 66-Varianten dauerhaft Temperaturen von bis zu 230 °C stand. Sie stellen damit eine Alternative zu teuren hitzestabilisierten Spezialthermoplasten wie voll- oder teilaromatischen Polyamiden und Polyphenylensulfid dar“, erklärt Dr. Thomas Linder, Durethan-Materialentwicklungsexperte im Geschäftsbereich High Performance Materials von Lanxess. Das erste Produkt aus der XTS2-Produktreihe ist ein mit 35 Gewichtsprozent Glasfasern verstärktes Polyamid 66, das als Durethan AKV35XTS2 vermarktet wird. Darüber hinaus ist geplant, XTS2-Produktvarianten mit höheren und niedrigeren Glasfaseranteilen anzubieten. Ebenfalls in der Entwicklung ist ein blasformbares Polyamid 66 für Turboladerkomponenten von Autos, das mit dem XTS2-System stabilisiert wird.

Im Vergleich zu Polyamid 66-Varianten der Marke Durethan mit gleichem Glasfaseranteil und H2.0-Thermostabilisierung weist Durethan AKV35XTS2 bessere Fließeigenschaften auf. Linder betont: „Dadurch lassen sich filigrane Bauteilgeometrien und dünne Wandstärken einfacher realisieren.“ Ein weiterer Vorteil ist die hohe Oberflächengüte, die sogar besser ist als vergleichbare Materialqualitäten mit XTS1-Wärmestabilisierung.

Lanxess hat die hohe Langzeittemperaturbeständigkeit des neuen Polyamid 66 ausführlich durch Heißluftalterungstests getestet. „Selbst nach 3.000 Stunden Lagerung bei 230 °C ist die Reduzierung der Bruchspannung und des Elastizitätsmoduls kaum messbar, sodass das Material trotz der hohen thermischen Belastung seine ursprüngliche Festigkeit und Steifigkeit behält“, sagt Linder. Konzipiert wurde das Material vor allem für Hightech-Motoranwendungen, die ungewöhnlich hohen Temperaturen ausgesetzt sind – etwa Luftansaugkrümmer mit integrierten Ladeluftkühlern oder Luftleitungen in der Nähe des Turboladers.

Zur Thermostabilisierung von Durethan-Compounds setzt Lanxess bereits verschiedene Additivsysteme ein, die auf unterschiedliche Hitzebeständigkeiten abgestimmt sind, beispielsweise auf die von Bauteilen unter der Haube. Beispielsweise ermöglichen die etablierten XTS1- und XTS3-Systeme den Dauereinsatz von Durethan bei etwa 200 °C. Ebenso wie die H3.0-Thermostabilisierung profitiert XTS3 von einem sehr niedrigen Metall- und Halogenidgehalt. „Sie eignen sich besonders für Kunststoffbauteile, die in direkten Kontakt mit Metallbauteilen kommen. Denn die metall- und salzfreie Stabilisierung hilft, Kontaktkorrosion zu verhindern“, erklärt Linder. Typische Anwendungen sind Gehäuseteile, Steckverbinder und Steckerleisten. Das XTS1- und beispielsweise das H2.0-System sind dagegen für schwarze Bauteile gedacht, bei denen Kontaktkorrosion kein Thema ist.

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